Pascucci tele stampate a mano di romagna

DIE WERKSTATT

 
Der Stoffdruck hat auf dem langen Weg durch die Geschichte nichts von seiner Faszination eingebüßt, und wir erfreuen uns jeden Tag neu daran, wie unter unseren Händen farbige Muster entstehen – ebenso wie das alle unsere Kollegen seit 1826, als die Druckerei aus der bestehenden Färberei hervorging, erlebt haben: Mit handgeschnittenen Druckstöcken aus Birnbaumholz wird die traditionelle Rostfarbe (heute auch Blau, Gelb, Grün und Rot
von einer Art großem Stempelkissen abgenommen und auf die unterschiedlichen Textilien aufgebracht. Wir besitzen einen reichen Schatz an Druckstöcken mit geometrischen und florealen Mustern und vielen Motiven aus der Tierwelt.
Unsere Familie bewahrt diese ehrwürdige Tradition jetzt in der siebten Generation und entwickelt sie behutsam weiter für die heutigen Bedürfnisse. In der Antica Stamperia Pascucci kann man diese originalen Erzeugnisse alter Handwerkskunst erwerben und sogar den Herstellungsprozeß miterleben.

GESCHICHTE

Die ältesten erhaltenen Zeugnisse über die Druckereien in der Romagna stammen aus dem Ende des 18. Jahrhunderts. Wir wissen auch, daß im 19. Jh. der Textildruck als Ersatz für die teuren textilen Techniken diente, die sich die ländliche Bevölkerung nicht leisten konnte. Eines der beliebtesten Motive war die Karde, die seit dem 15. Jahrhundert immer wieder auf kostbaren Geweben zu sehen ist. Sie schmückt auch den Brokatmantel des Sigismondo Pandolfo Malatesta, den jeder in der Romagna kannte, und der den Handwerkern als Inspirationsquelle diente.
Gegen Ende des 19. Jahrhunderts begnügte man sich nicht mehr damit, das Haus mit bedruckten Vorhängen, Tischdecken, Bettüberwürfen und sonstigen Heimtextilien zu schmücken. Jetzt wollte man auch seinen Tieren eine prächtige Decke gönnen, wenn sie zu einem Fest oder auf eine Messe getrieben wurden. Und diesem Brauch verdanken wir es, daß der Handdruck damals nicht völlig vom mittlerweile entstandenen Maschinendruck verdrängt wurde. Später hat sich das sommerliche Strandleben an unserer Küste entwickelt, das uns heute so selbstverständlich erscheint, und dadurch ergab sich ein neuer Bedarf, der den Stoffdruck am Leben erhalten hat, denn die schattenspendenden Sonnensegel aus heimischem Hanf sollten auf preisgünstige Weise gemustert werden.

ESSIG, MEHL UND EINE PRISE EISEN - DIE FARBSTOFFE

Mehl und Essig sind Bestandteile der Druckpaste; die genaue Zusammensetzung bleibt Betriebsgeheimnis, und jeder Handwerker hütet sein ganz persönliches Rezept: Aus Erfahrung kennt er die nötigen Quantitäten und die optimale Zubereitung besser als es irgendwelche schriftlichen Anleitungen vermitteln könnten. Beim Rostdruck ist der wichtigste Bestandteil der Rost, der nach einem althergebrachten Verfahren von Eisen gewonnen wird. Die übrigen Farbpasten werden auf mineralischer Basis hergestellt.

DIE DRUCKSTÖCKE

In dem sogenannten Chassis, einer flachen Kiste, liegt eine Art überdimensionales Stempelkissen, das mit der Druckpaste getränkt wird. Das vorbereitete Textil wird auf dem gepolsterten Werktisch ausgebreitet. Der Drucker nimmt die Farbpaste mit dem Druckstock vom Stempelkissen ab und überträgt sie auf den Stoff. Damit sie möglichst gleichmäßig aufgenommen wird, muß der Drucker den etwa 4 kg schweren Schlegel auf den Holzblock stoßen. Wenn der gewünschte Dekor zusammengesetzt ist, wird der Stoff getrocknet, danach muß die Farbe noch in einem speziellen Bad entwickelt werden. In der Vergangenheit hat man aufgelöste Asche dafür verwendet, heute benützt man Natronlauge.
Diese Drucke sind wasch- und lichtecht und praktisch unbegrenzt haltbar. Die Textilien können in der Waschmaschine gewaschen werden.

DER DRUCK

In dem sogenannten Chassis, einer flachen Kiste, liegt eine Art überdimensionales Stempelkissen, das mit der Druckpaste getränkt wird. Das vorbereitete Textil wird auf dem gepolsterten Werktisch ausgebreitet. Der Drucker nimmt die Farbpaste mit dem Druckstock vom Stempelkissen ab und überträgt sie auf den Stoff. Damit sie möglichst gleichmäßig aufgenommen wird, muß der Drucker den etwa 4 kg schweren Schlegel auf den Holzblock stoßen. Wenn der gewünschte Dekor zusammengesetzt ist, wird der Stoff getrocknet, danach muß die Farbe noch in einem speziellen Bad entwickelt werden. In der Vergangenheit hat man aufgelöste Asche dafür verwendet, heute benützt man Natronlauge. Diese Drucke sind wasch- und lichtecht und praktisch unbegrenzt haltbar. Die Textilien können in der Waschmaschine gewaschen werden.

TRADITION FÜR HEUTE UND MORGEN

Die romagnolischen Werkstätten haben allen Versuchungen des technischen Fortschritts widerstanden und nur minimale Änderungen in unwesentlichen Punkten zugelassen: Die Zubereitung der Druckpaste folgt nach wie vor der alten (streng gehüteten) Rezeptur, und der Druck ist trotz aller Veränderungen in der Textiltechnik unverändert geblieben. Aber den Hanf mußten wir durch Leinen und Leinenmischgewebe ersetzen, weil er aus unserer Gegend verschwunden war und erst jetzt wird wieder auf kleinen Feldern angebaut wird. Bei den einzelnen Arbeitsgängen ist es nur das Bügeln, das wir einer Maschine überlassen: Unsere tonnenschwere Mangel kann den heutigen Ansprüchen nicht gerechtwerden, und jetzt thront sie als altehrwürdiges Erbstück in unserer Werkstatt. Was sich ändern mußte, wenn die Tradition nicht aussterben sollte, das sind die Objekte selbst: Ochsendecken braucht eben heute niemand mehr... Aber weil der Handdruck lebendig ist, entsteht in der Antica Bottega eine Vielfalt von Artikeln für den heutigen Bedarf, z. B. Handtücher, Tischdecken, Taschen, Kleiderstoffe, Bademäntel, Fotoalben...